Wann ist Predictive Maintenance Hochrisiko?
Predictive-Maintenance-Systeme sind nach Anhang III Nr. 2 EU AI Act Hochrisiko, wenn sie als Sicherheitskomponenten in kritischer Infrastruktur (Strom, Wasser, Gas, Verkehr) eingesetzt werden. Nicht-kritische Bereiche (z.B. Produktionsanlagen ohne kritische Infrastruktur-Status) fallen meist in minimales oder begrenztes Risiko. Die Einstufung hängt ab von: der Kritikalität der Infrastruktur, den potenziellen Auswirkungen eines Systemausfalls, der Autonomie der KI-Entscheidungen (überwacht vs. autonom).
Besondere Robustheitsanforderungen
Industrielle KI-Systeme in OT-Umgebungen (Operational Technology) haben spezifische Robustheitsanforderungen: Funktionsfähigkeit auch bei Sensor-Ausfällen oder -Rauschen, Robustheit gegenüber adversarialen Angriffen (Cyber-OT-Sicherheit), deterministisches Verhalten für sicherheitskritische Entscheidungen, klare Fail-Safe-Mechanismen, Kompatibilität mit industriellen Kommunikationsprotokollen. Die Anforderungen des EU AI Act (Art. 15) überschneiden sich mit den Anforderungen aus der NIS2-Richtlinie für kritische Infrastrukturen.
Integration in bestehende Sicherheitssysteme
KI-Predictive-Maintenance muss in die bestehende Anlagensicherheit integriert werden: Klare Schnittstellen zu Safety-Instrumented-Systems (SIS), Keine Umgehung bestehender Sicherheitsverriegelungen durch KI-Empfehlungen, Dokumentation der KI-Warnungen und menschlicher Reaktionen, Integration in SCADA/DCS-Systeme mit geeigneten Sicherheitsprotokollen. Für sicherheitskritische Entscheidungen (z.B. Anlageabschaltung) darf KI nur als Entscheidungsunterstützung, nicht als alleinige Entscheidungsinstanz agieren.
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